Bericht Sibylle:
Heute berichte ich über unseren Ausflug ins Livingmuseum in Mbunza. Dies liegt etwa 20 Minuten von Rundu entfernt, am Kavangofluss. Livingmuseen sind entstanden, damit die einheimische Bevölkerung ihre Traditionen und Bräuche Besuchern vermitteln kann. Gleichzeitig ist es auch für die sehr am Wege abgelegene Bevölkerung eine Möglichkeit, Geld zu verdienen. Liebevoll wurden dafür von ihnen eine Siedlung aufgebaut und im Selbstmanagement verwaltet. Spannend ist auch, dass sich ein ganzes Dorf an diesem Projekt beteiligt. Pro Führung sind mindestens 6 Frauen und 4 Männer involviert. Einen von ihnen ernannter Manager erklärt den Besuchern die verschiedensten Zwecke der Hütten und wie sie gebaut sind. Beeindruckend ist, dass die Hütten nur aus natürlichen Materialien bestehen. So sind zum Beispiel die Dächer aus Schilfgras gebaut und halten ca. 3 Jahre. Nachher muss ein Dach wieder erneuert werden.
Natürlich wird auch traditionelles Handwerk gezeigt. Stundenlang sitzen da die Frauen und Männer auf dem Boden und flechten Matten, Körbe oder tonen Tiere. Jagdinstrumente werden auch von ihnen hergestellt. Leider dürfen die Einheimischen aber nicht mehr wie früher auf Wildjagd gehen. So kommen nur noch Vögel oder Nagetiere auf ihren Speiseplan.
| Frau beim Maismehlstampfen |
Wichtig ist auch zu wissen, dass früher ein Junge oder Mädchen ihr geschlechterspezifisches Handwerk beherrschen musste. Von den zukünftigen Schwiegereltern wurde dies überprüft, vorher wurde die Hochzeit nicht bewilligt. So wurden Jungs getestet, ob sie einen halben Tag den Blasebalg zum am Feuer des Schmiedes ohne Pausen bedienen konnten oder Mädchen fähig waren, Körbe für Nahrungsmittel zu Flechten.
Sehr wichtig ist auch für die Bevölkerung am Fluss der Fischfang. Dazu eignen sich selbstgebaute Reusen sehr gut. Diese Reusen sind auch heute noch ein beliebtes Fischjagtinstrument.
Ein beliebtes Fortbewegungsmittel am Fluss ist der Einbaum. Schon kleine Jungs sind fähig, sehr elegant und schnell den Fluss zu überqueren oder mit ihnen zu fischen.
Natürlich darf zum Abschluss die Musik und traditionellen Tänze in Afrika nicht fehlen. Mit Leidenschaft und Freude gaben sie uns ihre rhythmischen Trommelklänge und beeindruckenden Gesänge auf den Heimweg.
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