Saturday, 17 August 2013

Veränderungen - die Region Caprivi gibt es nicht mehr!

Christian

Unser mehrmonatiges WG-Leben hat ein Ende gefunden! Doch wir dürfen sagen, dass wir die Zeit mit Daniel sehr genossen haben.  Mit Genug-tuung haben wir zudem festgestellt, dass wir auch im hohen Mittelalter noch WG-tauglich sind.  Es ist aber ein tolles Gefühl, dass wir nun nach dem Umzug alle unsere Kleider, die z.T. aus Platzgründen noch immer in Koffer lagerten, einräumen konnten. Zum neuen Haus gehört ein wunderschöner Garten, der uns Edith und Arthur (Ex-Interteamler),  übergeben haben. Wir ernten momentan fast täglich Zitronen und pflücken Gartenkräuter. Und die Mangobäume blühen prächtig. Da lässt es sich wunderbar leben!

Eine andere Veränderung wurde diese Woche von der Regierung bekannt gegeben: Sie betrifft viele deutsche Bezeichnungen von Regionen und Ortsnamen aus der Kolonialzeit, die nun durch lokale, indigene Begriffe ersetzt wurden. 
So wird die Region Caprivi neu nach dem Fluss Zambezi benannt, der durch die Region fliesst. Der nörliche Streifen Land im nordosten des Landes erhielt seinen Namen von Leo von Caprivi, dem Nachfolger von Otto von Bismark im imperialen Deutschland. Nun verschwindet dieser Name also von der namibischen Landkarte. Dies hat in der Region ziemlich hohe Wellen geschlagen, weil vor allem junge Leute nicht verstehen, dass der Name ihrer Region geändert wird, ohne dass vorher die Bevölkerung konsultiert wurde. 

Noch mehr Wellen wirft die Umbenennung der Hafenstadt Lüderitz in !Nami=Nüs. Die Symbole "!=" bezeichnen dabei zwei der vier Klicklaute, welche in der lokalen Sprache Khoekhoegowab verwendet werden. Der Ort hat so die ursprüngliche Bezeichnung zurück erhalten. Wie schnell sich die Einwohner Namibias anderer Regionen und die Touristen, die alte Reiseführer konsultieren, daran gewöhnen werden, bleibt abzuwarten. 

Weit unbestrittener ist die Umbenennung der Stadt Schuckmannburg, benannt nach einem ehemaligen deutschstämmigen Gouverneur, in Luhonono, was die indigene Bezeichnung eines Baumes in der Region ist.  

In Leserbriefspalten der Zeitungen werden sowohl unterstützende als auch opponierende Meinungen abgedruckt. Fakt ist, dass die Namensänderungen viele Folgekosten nach sich ziehen; Geld das gerade jetzt, wo Namibia unter der schlimmsten Trockenzeit der letzten 30 Jahren leidet, sinnvoller verwendet werden könnte.









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