Saturday, 7 September 2013

Abfallwirtschaft

von Christian
Auch in der sauberen Schweiz gibt es Klagen wegen Littering, dem wilden Entsorgen von Abfall. Was an den Wochenenden am Rheinufer in Basel oder am Bellevue am See in Zürich allgemein als Verschmutzung wahrgenommen wird, ist nichts im Vergleich zum Abfall, der sich direkt in den Quartieren ansammelt. Auch nach 7 Monaten in Namibia können wir uns nicht wirklich daran gewöhnen, dass sich in den Büschen entlang der schönsten Wege Unmengen von Abfall ansammelt, der da wild entsorgt wird. Eigentlich gibt es eine Abfallentsorgung die wöchentlich vorbeifährt und den Container leert, der vors Haus gestellt werden kann. Der Abfall wird in einer Mulde ausserhalb der Stadt in einer Müllhalde "entsorgt". Aber immerhin belästigt er da das Auge nicht. Das Problem ist wohl, dass Namibia so dünn besiedelt ist und negative Einflüsse der wilden Abfallentsorgung nicht thematisiert werden. Die Menschen hier scheint es nicht zu stören, dass sich vor ihren Häusern Müllberge ansammeln, wie der auf dem Bild. Er wird da auch nicht von den Männchen im orangen Overall eingesammelt, wie in der Schweiz. Manchmal sehen wir Kinder, die den Müll nach Essbarem oder Wiederverwendbarem durchsuchen. Deren Bedürfnisse dienen oft als Argument, wenn Leute z.B. eine PET-Flasche aus dem Autofenster werden. Doch gäbe es wohl andere Wege, die Armut hier zu bekämpfen, indem zum Beispiel für einen allgemein akzeptierten Mindestlohn kämpfen würde, der höher als die ungefähr 3 CHF sind, womit die Mehrzahl der Menschen hier auskommen muss.

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