
von Christian
Die Prophezeiung scheint sich zu bewahrheiten, welche viele Kavangos machen: Sie sagen, dass der Winter kalt werden wird, denn nach einer langen und ausgiebigen Regenzeit sei das quasi Gesetz. Noch ist es Herbst aber die nächtlichen Temperaturen sinken schon empfindlich tief. Dafür erübrigt sich der Blick auf die Wettervoraussagen, da sie eh nur immer das Gleich voraussagen: Sonne und wohlige Wärme am Tag und tiefe Temperaturen in der Nacht. Natürlich sind wir in der glücklichen Lage in einem modernen Haus mit gemauerten Wänden zu wohnen und können uns nachts wohlig unter die Bettdecke legen. Zwar haben wir keine Heizung, was sich dann im Juli schon bemerkbar machen wird, wenn die Fussböden abkühlen und das Haus am Tag nicht mehr so richtig aufwärmen wird. Vielen Familien wird der kalte Winter Mühe bereiten, denn oft können sie sich weder warme Kleider noch gescheites Bettzeug leisten. Es wird also auch wieder die Zeit kommen, wo vor den Schulen auf dem Lande ein Feuer brennen wird, wo sich die Kinder nach dem nächtlichen Fussmarsch aufwärmen, bevor sie sich in die kalten Schulräume setzen werden. Einige Genossen aus der Tierwelt machen das schon besser. Sie bringen ihre Jungen vermehrt in der Regenzeit zur Welt, wo es warm ist und die Wiesen meist grün und fruchtbar sind. Im Winter ziehen sie dann ihr warmes Fell über, das sie vor Wind und Kälte schützt. Kavango Land ist auch Esel Land. Kein Wunder werden die Esel von der Landbevölkerung als Zugtiere geschätzt, denn sie sind ausdauernd und robust und vermehren sich fast schneller als die hiesige Bevölkerung.

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