Liebe
Leserinnen und Leser,
heute
möchten wir euch eine geschmackliche Delikatesse aus Nambia vorstellen: Diese knorrige, undefinierbaren Dinger sind fantastische Trüffelpilze. Ein wahrer Genuss!!!
Die
Kalahari-Trüffel findet man etwa acht Zentimeter unter der Wüsten-Erde. Man
findet die Trüffel nur nach ausgiebigen Regenfällen zwischen März und Mai.
Die Ur-Einwohner der Kalahari, die San, sind die besten
Trüffelsucher, denn sie finden die unterirdischen Pilze mit bloßen Augen.
Seit Jahrhunderten habe sie gelernt, anhand bestimmter Bäume und Büsche, etwa
der Kerzen- und der Hakendornakazie, oder anhand feiner Risse im Boden, die
Pilze aufzustöbern.
Bei dem Wort Trüffel denkt man als Europäer an Südfrankreich und
die exklusivsten Restaurants oder Delikatessengeschäfte. In Namibia denkt man
dabei an das Ende der Regenzeit in der Kalahari.
Im Gegensatz zu der anderen namibischen Pilzdelikatesse, den oft
suppentellergroßen Termitenpilzen, die man nur am Fuß der großen Termitenhügel
findet, wachsen die Kalahari-Trüffel im Verborgenen. Sie gedeihen nur in tiefen
Sandböden im Osten Namibias und nachdem es ausgiebigen und späten Regen gegeben
hat. Deshalb kommen sie in manchen Jahren fast gar nicht vor und werden in
anderen Jahren ab Ende März bis Anfang Juni in größeren Mengen angeboten.
Wichtig ist es zu erkennen, wo man den Trüffel überhaupt suchen muss. Etwa
90% aller Pflanzenarten in aller Welt bilden mit den verschiedensten Pilzarten
eine Lebensgemeinschaft, die für beide vorteilhaft ist. Man hat festgestellt,
dass bestimmte Pilzarten das Wachstum, die Gesundheit und die Wiederstandskraft
entsprechender Pflanzen gegen saure Böden, Dürre und Schwermetalle fördern. Es
scheint als kämen Kalahari-Trüffel häufig in Gemeinschaft mit bestimmten
Federgräsern (Stipagrostis spp), mit der Kerzenakazie (Acacia hebeclada subsp
hebeclada), mit der Rosendornakazie (A. ataxacantha) und mit einer bestimmten
wilden Melonenart vor. Es gilt also nach diesen Pflanzen Ausschau zu halten.
Natürlich gibt es auch viele Tiere, die diese Pilze mögen. Wenn man beobachtet,
wo sie die Pilze ausgegraben haben, hat man eventuell das Glück, dass sie
einige übersehen haben.
Der botanische Name ist von "Terfez", dem Namen
ähnlicher Pilze abgeleitet, die in Sandböden in Algerien und anderen
nordafrikanischen Staaten gedeihen. Sie kommen auch in der Negevwüste vor.
Statt wie in Frankreich Schweine oder Hunde als Spürnasen,
braucht es in Namibia nur die einheimische Bevölkerung. Sie sind mit langen
Stöcken ausgerüstet, mit denen sie das hohe Gras neben der Straße auseinanderbiegen und den sandigen, noch feuchten Boden aufmerksam beobachteten.
Wenn der Boden einen Riss und eine leichte Erhebung zeigte, hat man gute
Chancen, einen Trüffel zu finden. Nach vorsichtigem Graben findet man ein
braunes, kartoffelartiges Gebilde. Manchmal findet man mehrere Pilze in einigem Abstand von einander an einem
längeren Riss, der sich vermutlich entlang einer Gras- oder Buschwurzel
gebildet hat, in deren Nähe die Pilze gedeihen.
In Namibia sind diese Trüffel, die der Gattung Terfezia
angehören, auch als "N/abba" bekannt, wobei der Schrägstrich für einen
der typische Klicklaute der Khoisan-Sprachen steht. Die Pilze gedeihen nicht
nur in der Kalahari, sondern auch in den tiefen Sandböden im Norden Namibias,
wo sie auch oft in manchen Mahangufeldern vorkommen.
Die Kalaharitrüffel sehen also aus wie sandige, etwas knubbelige
Kartoffeln. Nachdem man vorsichtig den Sand abgewaschen und die braune bis
dunkelbraune Schale entfernt hat, kommt das aromatisch duftende, manchmal
bräunlich marmorierte, aber sonst weiße Fleisch zum Vorschein, das vielseitig
zubereitet werden kann. Der ganze Pilz nur etwa 5 Minuten lang gekocht, mit
etwas Salz und Butter gegessen ist delikat. Man kann ihn auch in dicken
Scheiben grillen oder fein geschnitten mit fein gehackter Zwiebel in Butter
dünsten, eventuell mit etwas Petersilie und einem Schuss sauerer Sahne zu Toast
oder Kartoffeln oder als Beilage zu Fleischgerichten servieren. Trüffel passen
auch gut zu Rührei, Omelette und ähnlichen Eierspeisen oder als Würze an
Pastasaucen, Suppen oder als Füllung für Geflügel. In gedünsteter Form lassen
sich diese Trüffel auch gut einfrieren. Wir empfehlen auch ein Trüffelrisotto oder mit Pasta.
Momentan werden diese Pilze im Umland von Rundu gesucht und geerntet. Sie werden in rauen Mengen meist von Frauen in der Stadt und auch auf dem Land an den Strassen verkauft. Die Preise sind unglaublich tief. So kostet ein Häufchen von ca. 6 Pilzen 10 Namibian Dollar, was ca. Fr. 0.80 entspricht. Auch wir nutzen nun die Gelegenheit und geniessen die feine Pracht bis sie ausgeht und hoffen auf eine nächste, gute Regenzeit.
No comments:
Post a Comment