Saturday, 5 July 2014

Genauer hingeschaut


Von Christian

Momentan beherbergen wir Daniel Scherer, der für den PR Bereich von Interteam in Luzern zuständig ist,  bei uns, da er Namibia dienstlich besucht. Er begleitet alle Einsatzleistenden im Bereich Bildung in Namibia während eines Tages und sammelt Foto- und Filmmaterial von unserer Arbeit. So nutze ich die Gelegenheit, diese Woche ein paar seiner aussage kräftigen Bilder zu veröffentlichen und von meiner Arbeit zu erzählen.
Während den letzten zwei Wochen arbeitete ich in einer 1. und 2. Klasse, 15 Kilometer ausserhalb von Rundu, wo ich mir ein Bild machte vom English Unterricht.



Die 4 Lehrerinnen welche ich besuchte und mit denen ich einen Austausch pflegte sind allesamt motiviert und suchen den Austausch von Ideen und Unterrichtsmaterialien. Ich war total begeistert zu sehen mit welcher Sorgfalt die Klassenzimmer gestaltet sind und wie die je ca. 45 Schüler/innen gefördert werden. Sie sitzen an Gruppentischen, arbeiten an unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und die Lehrerinnen geben den Schüler/innen Feedbacks. Das habe ich ich hier noch nicht so oft beobachten können. Es hat nicht lange gedauert bis auch ich aktiv wurde und den Schüler/innen Rückmeldungen gab und da und dort unterstützend einsprang. Zusammen mit der Klassenlehrerin fand ich mich plötzlich in einer Teamteaching Situation.






Für mich war es sehr spannend zu sehen, mit welcher Art von Problemen die Schüler/innen konfrontiert sind. So wurde mir bewusst, wie schwierig es für sie ist, wenn es darum geht einen Satz von der Wandtafel abzuschreiben. Die Herausforderung scheint darin zu bestehen, die Abstände zwischen den Wörtern zu erkennen und diese einzuhalten. Kein Wunder wenn Englisch eine Fremdsprache ist, welche zuhause nicht gesprochen wird, und der Sinn des Satzes für sie nicht verständlich ist.   


Die Kinder sind schon um 7 Uhr morgens von allen Richtungen her über die Ebene zur Schule gelaufen und wurden von den Lehrerinnen vor dem Schulzimmer empfangen. Frühmorgens kurz nach Sonnenaufgang ist es noch empfindlich kalt und so kann man verstehen, dass viele Kinder zu Beginn der Schulstunden im Schulzimmer schlottern. Einige tragen Mützen und Handschuhe, andere sind aber nur mit dem halbzerrissenen Schulhemd bekleidet und barfuss unterwegs. Auch wenn das morgendliche Gebet noch etwas verschlafen daher kommt wachen sie spätestens dann auf, wenn das erste Lied gesungen wird, wo man die Hände des Partners abklatscht. 


Nach diesen für mich sehr lehrreichen Lektionen habe ich mich jeweils mit den Lehrerinnen zurückgezogen und bin mit ihnen die Lektionen durchgegangen. Meistens äusserten sie am Schluss einen Wunsch für ein spezifisches Thema, von dem sie von mir einen Beitrag wünschen. So zum Beispiel äusserte eine den Wunsch nach kleinen Aktivierungsspielen, die sie einsetzen kann, wenn sie das Gefühl hat, dass die Kinder die Konzentration verlieren. Ich muss zugeben, dass ich da auch etwas gefordert bin.
Glücklicherweise arbeiten momentan aber zwei junge Studentinnen der PH Luzern an zwei Schulen, welche ich ihnen vermittelt habe und welche ich während ihrer Praktikumszeit betreue. Sie haben mir zugesichert, dass sie viele solche Aktivitäten kennen würden und bereiten nun eine kleine Sammlung für mich vor. Wie praktisch ist es doch manchmal, wenn man Ideen anderer als seine eigenen ausgeben kann… ;-) 


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