Friday, 24 April 2015

Ohr Operationen im Rundu State Hospital




Liebe Blogleserinnen und Blogleser,                                                                                            von Sibylle

Letzte Woche konnten insgesamt 65 Kinder von einer Ohrkampagne im Rundu State Hospital profitieren. 
Drei deutsche HNO-Aerzte reisten in ihren Ferien nach Rundu und operierten Jugendliche und Kinder am Ohr. Alle diese Menschen leiden an einer Höhreinschränkung, in den meisten Fällen ausgelöst durch mehrere durchgemachte Ohrinfektionen mit Zerstörung des Trommelfelles und der dahinter liegenden Knochen/Knorpeln. 
Höreinschränkungen kommen hier im Norden von Namibia sehr häufig vor. Eine Ursache kann ein Nicht-Erkennen von Gehörinfektionen durch die Eltern, durch falsche Reinigung der Ohren und durch einen nicht immer gewährleisteten Zugang zu medizinisch, adäquater Behandlung sein. 

So waren alle Mitarbeiter unsers Spitals sehr stolz, dass wir zusammen mit den drei ärztlichen Spezialisten und CLaSH diese Aktion durchführen konnten.
CLaSH
The Association for Children with Language, Speech and Hearing Impairments of Namibia (CLaSH) is based in Windhoek, Namibia's capital city. CLaSH was formed in 1989 as a self help group for parents. It has since become a well respected service provider, registered as charitable organisation with the Ministry of Health and Social Services (WO 70).

Diese Kampagne existiert schon seit 2003 in den beiden nördlichen Spitäler Oshakati und Rundu. Natürlich brauchte es für die Operationen spezielle Vorbereitungen. So traf sich das Spitalmanagement schon zu Beginn des Jahres, um logistische, personelle, zeitliche und finanzielle Eckpunkte zu besprechen. Auch war allen klar, dass mit unseren knappen personellen Ressourcen eine solche Kampagne sehr viel von den Pflegenden und Ärzten abverlangt. Und dann kommen auch noch unvorhergesehe Probleme dazu. Ein solches gab es schon am Zoll in Namibia, als die Ärzte ihre mitgeführten Instrumente nicht sofort einführen konnten. Nach langen Verhandlungen und Gesprächen bekamen sie  aber grünes Licht und die Ärzte konnten nach Rundu weiter reisen. 

Am Montag konnten die Operationen mit kleiner Verzögerung starten. Die Verspätung kam zustande, da ausgerechnet zu Operationsbeginn noch eine Patientin als kritischer Notfall eingeliefert wurde. Diese Patientin hatte sich in der Nacht auf einen Kampf mit einem Hippo eingelassen. Gottlob konnte ihr Leben gerettet werden. 

Und dann ging es los. Pro Tag wurden etwa 10 bis 12 Kinder operiert. Bald realisierten die Ärzte, dass noch mehr Kinder geholfen werden kann und so wurden nachträglich noch weitere 15 Kinder mit Hördefekten für die Operation aufgeboten. 
Ein Bild mit einem Kurztext über die Kampagne fand sich auch im Namibian

Die vielen Kinder und Jugendlichen in einem Spital stellen einen Betrieb natürlich vor ein paar Herausforderungen. Damit wir sicher waren, dass alle Kinder im Spital erscheinen, mussten diese schon das Wochenende vorher eintreten. Dies brachte natürlich auch Betreuungsaufgaben mit sich. Clash organisierte einen Beamer, einen Lap-Top und Filme, damit die Kinder unterhalten werden konnten. Das Spital-Kino wurde von allen sehr geschätzt, wie auch die vielen Geschichtenerzählstunden, die vom Ministry of Education, Abteilung Special-Unit, organisiert und durchgeführt wurden.

Was ich an dieser Kampagne sehr schätzte, war die Zusammenarbeit vom Ministry of Health, Ministry of Education und CLaSH. So wurde Barbara Meister Schnider von INTERTEAM und ihre Abteilung beauftragt, Kinder mit Hörschäden zu vermitteln und sicherzustellen, dass alle Kinder im Spital zur Operation erscheinen. Clash war fast rund um die Uhr mit Beteuungsaufgaben und Organisatorischem beschäftigt. Natürlich konnten wir auch von ihrem Fachwissen bezüglich Ohrenkrankheiten profitieren, da die ganzen Gehöruntersuchungen und Abklärungen im Vorfeld von ihnen und  unserem Ohrenarzt abgedeckt wurden. 

Ich wünsche mir in Namibia noch viel öfter die Zusammenarbeit vom Ministry of Health und Ministry of Education.  Meiner Meinung nach kann nur ein funktionierendes "Team" Menschen mit Behinderungen schnell und effektiv gerecht werden.  



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