von Sibylle
Ein Freund erzählte uns nach unseren Ferien besorgt, dass seine Partnerin ins Spital eingewiesen wurde. Ich fragte ihn, ob er denn wisse, unter welchen Beschwerden sie leide. Er erklärte mir, auf den Bauch zeigend, dass sie dort Schmerzen habe und die Ärzte noch nicht wissen, ob sie operieren müssen. Er erwarte aber einen Anruf der Familie der Frau, falls es Neuigkeiten über deren Gesundheitszustand gebe.
Natürlich machte ich mir so meine Gedanken und dachte an einen Blinddarm, eine gynäkologische Erkrankung, an eine sonstige Infektionserkrankung im Magen/Darmbereich usw. Da gibt es ja bekanntlich ganz viele Möglichkeiten.
Unser Freund wollte von mir wissen, was man da wohl tun kann. Ich erklärte ihm, dass es mir ohne genauere Angaben nicht möglich sei, eine Therapiemöglichkeit aufzuzeigen, da in der Bauchregion verschiedenste Krankheiten in Betracht gezogen werden müssen.
Stirnrunzelnd und sichtlich besorgt über meine Antwort ging er weiter seiner Arbeit nach.
Wir konnten ihm aber weiter ansehen, dass ihn den Gesundheitszustand seiner Partnerin sehr beschäftigt und er sich Sorgen um sie macht.
Kurz darauf klingelte sein Telefon und er beantworte den Anruf. Nach einem freudigen Schwall von Worten in Rukwangali legte er ganz entspannt das Handy beiseite und kam sichtlich erlöst auf uns zu.
Wir fragten ihn sofort, ob er nun über ihren Gesundheitszustand aufgeklärt wurde, und ob es der Frau nun besser gehe.
Er bejahte dies, lachte, und erklärte uns: "it's a Baby Boy"
Offensichtlich spricht man als Mann in seiner Kultur während der Schwangerschaft seiner Partnerin erst von einem Baby, nachdem es geboren wurde.
Dazu passt, dass das Baby im ersten Monat seines Lebens namenlos bleibt und zusammen mit der Mutter in der Hütte ohne grossen Aussenkontakt lebt. Erst danach findet eine Zeremonie statt, wo die Verwandtschaft das Neugeborene zu Gesicht bekommt, und es in einer Zeremonie seinen Namen bekommt. Es hat danach die schwierige erste Phase in seinem Leben überstanden, was in einem Land mit hoher Kindersterblichkeit nicht selbstverständlich ist.
Mit ein paar Landschaftsbilder von unseren Ferien wünschen wir allen hier auf diesem Kontinent weiterhin einen guten Africa Day.
| Epupa Falls |
| irgendwo im Nirgendwo |
| Bei Purros in der Kunene Region |
| einsames Strassenschild im Flussbett |
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