Unsere Wochenendaktivitäten hier in Rundu beschränken sich meist auf kleine Ausflüge zu Fuss oder mit dem Velo oder auf geselliges Bei-sammensein. Denn organisierte Freizeitmöglichkeiten sind eher rar. So wurden wir hellwach, als wir in der Zeitung lasen, dass heute Samstag ein Wettkampf der besonderen Art statt findet. Gesucht wird der schnellste Einbaumfahrer der Region. So pilgerten wir zur Rundu-Beach, wo wir ein Zelt eines Sponsors, einen Speakerservice und den nötigen Sicherheitsdienst vorfanden. Jeweils 5 Männer ruderten in den Einbaum-Booten um zwei Boyen, zuerst flussaufwärts und dann wieder zurück. Einige Ruderer sassen und andere standen im Wato (Einbaumboot), was sicherlich einen sehr guten Gleichgewichtssinn verlangt. Insgeheim erwarteten wir, dass mal ein Kandidat kentere, was aber auch nach Kollisionsmanövern nicht geschah.
Wir kamen mit vielen Zuschauern ins Gespräch und alle bewunderten die Fähigkeit der Sportler. Ein Mann sagte uns, dass jemand mit seinem Einbaum viele Kilometer Flussabwärts nach Rundu gefahren sei, um am Wettbewerb teilzunehmen. Immerhin gab es für den Gewinner N$ 5000 etwa CHF 500 zu gewinnen, was für die allermeisten Kandidaten sehr viel Geld ist. Neben den 49 Männern nahm nur eine Frau teil, die es mit einer beachtlichen Leistung ins Mittelfeld schaffte. Es ist für uns keine Überraschung, dass nur eine Frau teilnahm, denn immer sind es die Männer, die den Fluss mit dem Wato überqueren und eine Art Taxidienst für Pendler zwischen Angola und Namibia anbieten. Eine Überfahrt kostet N$ 5 bei Niedrigwasser und bis N$ 20 bei Hochwasser. Ob es eine Art Gefahrenzulage gibt an Stellen, wo ab und zu Krokodile und Flusspferde auftauchen, wissen wir nicht. Doch fest steht, dass die Konfrontation eines Watos mit einem Flusspferd meist tödlich für einen oder mehrere Passagiere endet.
No comments:
Post a Comment