
Winter herrscht erst, wenn es schneit, so lautet die landläufige Meinung der Alpenbewohner. Dass man aber auch bei nächtlichen 5 Grad Aussentemperatur Lust auf ein Fondue bekommen kann, wird durch die Tatsache verstärkt, dass wir in einer ungeheizten Wohnung leben, wo wir abends unsere dicken Pullover anziehen und zu Pantoffeltierchen mutieren. So brauchte Sibylle wenig Überredungskunst, um mich davon zu überzeugen, dass wir unsern wohlgehüteten Schatz aus dem Kühlschrank holen sollten. Kurzentschlossen luden wir Dr. Juri und seine Frau Helen zum Fondue ein, das uns Familienangehörige bei ihrem letzten Besuch mitgebracht haben. Beim Essen stellte sich heraus, dass Juri ein absoluter Käseliebhaber ist und dass unser Kirsch ihn an den heimischen Wodka erinnerte. Alles zusammen trug dazu bei, dass wir den Abend in wohlig warmer und feuchtfröhlicher Atmosphäre genossen haben.
Heute Sonntag besuchten wir Moses und seinen noch namenlosen erst vier Wochen alten Sohn. Wir überbrachten der jungen Familie mit einem zur Saison passendes Geschenk; die selbst gestrickte Patchwork Wolldecke von meiner Mutter, welche sie uns mit dem Auftrag schenkte, sie jemandem weiter zu verschenken, der sich darüber freue. Gesagt - getan und schon wurde der junge Knabe, der noch in der Hütte bleiben muss, in die wohlig warme Decke eingehüllt, wo er auch gleich wieder einschlief. Die Freude über das Geschenk war nicht nur bei Moses und seiner Partnerin gross, sondern auch bei deren Schwestern, die sich über unseren Besuch freuten. Sibylle musste ihnen Auskunft geben, wie die älteste, die die 12. Klasse absolviert, Krankenschwester werden könne, was ihr absoluter Traumberuf sei.
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