Saturday, 27 June 2015

Ereignisreiche Woche


Ein Bild vom Februar 2015, wo die Queen (Mitte) die
gleichnamige Schule besucht hat. Links die Inspektorin,
Frau Hausiku und rechts der Schulleiter, Herr Musore.

Die Königin des Stammes der Shambiu, Angelina Matumbo Ribebe,  ist nicht mehr. Sie verstarb im Alter von 54 Jahren im Spital von Windhoek an Nierenversagen, nach jahrelanger Hämodialysentherapie im Rundu State Hospital. Sie war Sibylle als Patientin und mir als die Patronin der nach ihr genannten ruralen Sekundarschule des Bezirkes Ncuncuni bekannt. In dieser Woche wurden in Rundu alle Fahnen auf Halbmast gesetzt. Am Dienstag wurde der Körper der Königin auf dem Flughafen von Rundu empfangen. Die Prominenz versammelte sich ihr zu Ehren und der Schulchor sang einige Lieder. Heute findet in der Shambiu Mission eine Abdankung statt, wo Tausende von Menschen erwartet werden. 
Die Königin ist das traditionelle Oberhaupt eines Stammes und dessen regionalen Chiefs. Die Chiefs wiederum sind die Vorgesetzten der Headmen (Gemeindepräsidenten). Gerade im ruralen Gebiet haben sie noch immer eine wichtige Funktion inne. Sie fällen Rechtsurteile, wenn es nicht gerade um Kapitalverbrechen geht. Der Königstitel eines Stammes wird vererbt, wobei bei den Shambiu der Titel seit Generationen mehrheitlich an Frauen weitergegeben wird. 

In der selben Woche fand auch eine Konferenz zum Thema "Integration von Behinderten und Inklusiion" statt. Koordiniert wurde die Konferenz von INTERTEAM, das heisst vor allem von Barbara Meister, Abteilung Special Education, und der INTERTEAM-Koordination in Windhoek. Neben Schulleitern, Inspektoren, Sozialarbeitern und Elternvertretungen nahmen auch Vertreter des Nationalen Bildungsministeriums statt. Bei der Hauptrede eines Ranghohen Vertreters des Bildungsministeriums während der Eröffnungszeremonie, welche geschlagene drei Stunden dauerte, war auch das nationale Fernsehen dabei. Leider zeichnet der Fernsehbeitrag aber nur der etwas informeller Einstieg der Rede vom "Permanent Secretary" auf, wo er über Budgetprobleme spricht und die Schwierigkeit rurale Gebiete nicht nur bildungstechnisch zu erschliessen.

Die Konferenz leistete ein wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung, dass alle Kinder ein Recht auf Schulbildung haben. Denn oft halten Eltern ihre behinderten Kinder von den Schulen fern. Die Gründe dafür sind vielfältig. Oft spielt Scham, fehlendes Wissen und die ablehnende Haltung von Lehrkräften eine Rolle. Daneben kämpfen die Schulen mit derart vielen Problemen, dass die "Inklusion" auf Widerstände stösst. Gerade so, wie bei uns in Europa. 

Für INTERTEAM war die Konferenz ein grosser Erfolg, weil verschiedene Akteure zusammengebracht werden konnten und erste Massnahmen zur Verbesserung der Situation diskutiert werden konnten.




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