Tuesday, 7 July 2015

Traditionelle Medizin und Heiler im modernen Spitalalltag

von Sibylle

Im südlichen Afrika ist die traditionelle Medizin und die Konsultationen von Heilern weit verbreitet. So wird bei vielen Beschwerden, wie zum Beispiel Hämorrhoiden, meistens zuerst ein traditioneller Mediziner aufgesucht. Wir sehen dann diese Patienten im Spital, wenn Infektionen oder Blutungen von deren Behandlung auftreten. 

So erleben wir auch immer wieder Fälle, wo Angehörige ihre Kinder/Väter/Mütter auf eigene Verantwortung aus dem Spital holen, um sie von traditionellen Medizinern behandeln zu lassen. 
Letzte Woche hat der Vater sein an Tollwut erkranktes Kind nach Hause geholt, um es zu einem "Healer" zu bringen. Leider verstarb dieses bei der Ankunft im Dorf. In diesem Fall konnte auch das Spital nicht garantieren, dass das Kind die Krankheit überlebt, aber es hätte vielleicht eine kleine Chance gehabt. Natürlich versuchen wir in solchen Fällen alle Hebel in Bewegung zu setzen, um die Patienten zum Bleiben zu überzeugen. Doch wie in der Schweiz, hat der namibische Patient nach Aufklärung das Recht, eine Behandlung zu verweigern.  

Was mich immer wieder betrübt, sind lebensbedrohliche Vergiftungen bei Kindern, welche durch Kräuter herbeigeführt werden. Leider gibt es auch Scharlatane unter den traditionellen Mediziner. Ich bin aber überzeugt, dass es für viele leichtere Beschwerden gute Heilmittel in der Natur gibt. Spannend finde ich die Reaktion der lokalen Pflegenden, welche zwischen moderner Medizin und traditionellen Heilmethoden stehen. So kann es vorkommen, dass diese vordergründig die traditionelle Medizin verurteilen aber trotzdem bei Beschwerden diese in Betracht ziehen. Das selbe gilt auch für Propheten und Heiler.

Damit das Wissen der traditionellen Medizin nicht in Vergessenheit gerät und auch in der modernen Medizin genutzt werden kann, wird an der namibischen Universität die traditionelle Heilkunde erforscht. Zudem wird versucht, in Kontakt mit den traditionellen Heilern zu kommen, um sie über Behandlungsrisiken aufzuklären. 

Traditionelle Heilkräuter


Gestern erschien ein Artikel des Gesundheitsministers (B. Haufiku) in der Zeitung, welcher über Propheten und Heiler berichtet, die vorgeben, HIV und Aids heilen zu können. 

No prophet can cure AIDS - Haufiku Bernhard
HEALTH and social services minister Bernard Haufiku has urged the community to stay away from “self-styled prophets and healers” who claim that they can cure HIV-AIDS.
He said this at the Odibo St Mary's Mission in the Ohangwena region during the launch of the IntraHealth's* new US Agency for International Development (USAID) HIV Clinical Services Technical Assistance Project (UTAP) on Wednesday.
Haufiku urged the public to remain vigilant, noting that so-called prophets and healers just want to make money by “milking” ignorant Namibians.
“They cannot cure AIDS. What do they know about medicine?” the minister asked.
He charged that the prophets and healers in question are false in their claims and are literally telling people lies that they can cure AIDS.
Haufiku emphasised the continuous training of healthcare workers.
He encouraged the community to take charge of their own health.
He stated that HIV is treatable, and with appropriately initiated and maintained antiretroviral therapy (ART) an infected person can lead a normal, productive life.
According to Haufiku, about 13 million HIV-infected people worldwide were on ART in 2013.
He said 150 000 people are on ART in Namibia and this number does not include those under the care of private practitioners.
Speaking at the same event, the US ambassador to Namibia, Thomas Daughton, indicated that the IntraHealth is a four-year programme to be funded by the US government to the tune of some N$120 million.
“UTAP will support Namibia as we all work together rapidly to expand HIV testing, increase services for pregnant HIV-positive women and babies, and reach Namibians living with tuberculosis (TB) and HIV,” he said.

*IntraHealth is an international organisation that provides training, mentoring and supportive supervision to help health workers deliver high-quality and comprehensive health services. 




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