Saturday, 16 February 2013

Erste Eindrücke vom Kavango

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Die 700 Km von Windhoek nach Rundu führten zuerst durch endlos scheinende karge Weiten und bizarre Felsformationen. Je weiter wir nach Norden kamen desto grüner und tropischer wurde die Landschaft. Wir tuckerten mit unserem vollgeladenen Toyota Hilux mit etwa 90 km/h durch die glühend heisse Landschaft und waren froh, um jede Pause unter einem schattigen Baum. Die Strassen führten wie mit dem Lineal gezogen durch die Landschaft bis zu einer Anhöhe am Horizont, wo sich wieder der Blick über die Weite eröffnet. 


Am zweiten Tag erreichten wir ca. 100 Km vor der angolanischen Grenze die sogenannte Veterinärsgrenze. Bei dieser gibt es einen Checkpoint, wo jeder Tier- oder Fleischtransport kontrolliert wird. Sie steht da, wo sich die Landschaft dramatisch ändert. Waren vorher grosse umzäunte Farmen und dessen westlich anmutende Farmhäuser sind nun kleine Weiler mit kleinen Basthäuschen zu sehen. Plötzlich wimmelt es von Frauen, die entlang der Strasse Wasser oder Brennholz auf dem Kopf tragen, oder Kinder, die ein paar Ziegen vor sich hertreiben. Nun sind wir in Afrika angekommen. 

In Rundu wohnen wir  zusammen mit Daniel in einem kleinen Häuschen, das er vor einer Woche mieten konnte. Daniel ist am Ende seines Einsatzes für Interteam angelangt, hat nun aber eine Arbeitsbewilligung beantragt, da er sich als IT-Spezialist selbständig machen möchte. Wir waren im Haus damit beschäftigt, die überflutete Wohnung vom Wasser aus der leckenden Waschmaschine zu befreien, Reparaturen vorzunehmen und ein paar Möbel zu besorgen. Wenige Minuten von unserem Häuschen entfernt ist eine Anhöhe, wo sich der Blick auf den Kanvangofluss und dahinter die Weiten von Angola eröffnen. Der Sonnenuntergang ist einfach unbeschreiblich.

Christian: Am Donnerstag, 14. Februar, habe ich mit meiner neuen Arbeit begonnen. Zusammen mit René und Brigithe fuhr ich 30 km auf Schotterstrasse durch grüne, tropische Landschaft, ohne einem anderen Auto zu begegnen, nach Ncuncuni, einer Ansammlung von 4 Häusern. Vor einem dieser Gebäude standen ein paar Lehrer und Prinzipals als Empfangskomitee bereit. Als wir ausstiegen, ertönte plötzlich Musik und Gesang von ca. 20 Kindern, die einen 20 minütigen traditionellen Tanz vorführten. Ich konnte fast nicht glauben, was da zu meinem Empfang veranstaltet wurde. Danach wurde nach Protokoll zuerst ein Gebet gesprochen, bevor ich von einem Schulleiterausschuss willkommen geheissen wurde. Auch ich musste unvorbereitet ein paar Willkommensworte sprechen. Nach zwei Stunden endete dieser erste Tag wiederum mit einem Gebet, was für mich schon etwas ungewöhnlich war ;-). Diesen Tag, der auch mein Geburtstag ist, werde ich niemals vergessen! 

Sibylle: Auch ich startete um 10.00 Uhr meine Arbeit am Rundu State Hospital. Ich wurde von meiner Counterpartnerin Herta herzlich willkommen geheissen. Wie sich nun herausstellt, wird mein Job vor allem die Qualitätssicherung und Weiterbildung vom diplomierten Pflegepersonal beinhalten. Ich werde mit Herta wöchentliche Weiterbildungen und Veranstaltungen planen und durchführen. Regelrecht erstaunt war ich über die Organisationsstruktur der Pflegenden. Diese ist fast mit einem unserer Spitäler vergleichbar. Auch werden jährlich Ziele zur Qualitätssicherung und Verbesserung des Public Health Services aufgestellt. Herausfordernd sind immer wieder Ausbrüche von Epidemien (Antrax, Polio, TBC, Lepra...) und die daraus folgende Richtlinien, welche auf Anordnung der Regierung umgesetzt werden müssen. Anmerkung der Autorin: Das Tropenfachbuch, welches ich von meiner Klinik erhalten habe, hat mir schon bei der Vertiefung von einigen Krankheitsbilder sehr gut geholfen!!! Nochmals herzlichen Dank!!
Auf dem Papier tönt es schon sehr gut, gespannt war ich aber auf die nun folgende Spitalbesichtigung. Schon bald realisierte ich, dass die einzelnen Abteilungen nicht mit unseren verglichen werden können. 
Die Patienten schlafen in einfachsten Eisenbetten, von den Apparaturen und Medizinalprodukten ist auch nur das absolut nötigste Vorhanden. Alles wieder wett gemacht hat aber der herzliche Empfang der Pflegenden bis hin zum Küchenpersonal. Ich glaube, mir wird es in der nächsten Zeit sicher nicht langweilig und ich freue mich auf den vertieften Einblick auf den verschiedensten Abteilungen. 

Wir sind nun auch stolze Besitzer von einem Postfach. 
Unsere Adresse lautet: 
P.O. Box 66 - Rundu-Namibia. 

Nun geniessen wir ein ruhiges Wochenende......














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