Oh, diese Hitze! Bis 36 Grad und schwülheiss! Instinktiv denke ich: Mein Haar muss weg! Kurzentschlossen trete ich in die kleine Wellblechhütte ein, wo draussen "Perfect Gentleman" angeschrieben steht. Ich fühle mich angesprochen, suche aber auf dem Plakat vergeblich ein Bild der Frisur von George Clooney. Es gibt keine, die mehr als 3 Millimeter Haar aufweist. So versuche ich zu erklären, an welchen Stellen mein Haar fallen sollte. Man versteht sich und schon brummt der Kurzhaarschneider auf meinem Schädel. Die Scheere und angefeuchtetes Haar vermissend, schwitze ich unter dem Wellblechdach und meinem Umhang fürchterlich, und lasse vermutlich deshalb immer längere Scheersätze einlegen, was zur Standardfrisur von 5 Millimetern führt. Hier länger und dort etwas kürzer ging nicht. Aber das macht nichts, denn mit dieser Kurzhaarfrisur lässt sich die Hitze doch einiges besser ertragen. Ich bezahle die geforderte 30 Namibien Dollar, was etwa SFr. 3.-- entspricht und verspreche bald wieder zu kommen, wenn das Haar wieder etwas üppiger spriesst.
In dieser Woche habe ich die Inspektorin begleitet 5 der insgesamt 25 Schulen im Circuit zu besuchen. Die Besuche boten mir die Gelegenheit kleinste Schulen mit 60 Schüler/innen und eine riesiggrosse mit 1400 Schüler/innen kennen zu lernen. Eingehend zu beschreiben, was ich da erlebte, würde diesen Blog sprengen. Zwei Dinge, die sich bei jeder Schule wiederholt haben, erwähne ich hier kurz.
Die Schulen liegen alle auf sandigen Boden, manchmal hat man das Gefühl, sie versänken im Sand. Bei der momentanen Hitze wird der Gang von einem Gebäude zum anderen durch den Sand zur schweisstreibenden Angelegenheit. Für die Schüler/innen kommt hinzu, dass es auch bei den grossen Schulen nur einen Brunnen gibt, wo sich in der Pause alle hindrängen, um ihre mitgebrachten Plastikflaschen aufzufüllen. Das nebenstehende Bild täuscht. Dies ist eine Schule mit 700 Schüler/innen, nur sind die anderen schon im Klassenzimmer.
Treffen zwei erwachsene Personen zusammen (z.B. die Inspektorin mit einer Lehrperson), beginnt ein Begrüssungsritual, das mir vorerst unentschlüsselbar scheint. Es stellt sich heraus, dass die scheinbar unbedeutenden gluteralen Laute eine immergleiche Abfolge von Fragen und Antworten sind, die zur Begrüssung in Rukwangali gesprochen werden. Wir bleiben dran...
Morokeni (guten Tag)
Moro (ebenfalls)
Mwararapo? (Gut geschlafen?)
Nhii (Ja)
Nawa (gut)
Nhii, One? (Ja und du?)
Nhii (ja)
Nawa (gut)
Nhii (Ja)
Nawa tupu (sehr gut)

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