Auf unserer ersten grösseren Reise sind wir ostwärts ins Vierländereck Namibia, Botswana, Sambia und Zimbabwe gefahren. Wir fuhren in kleinen Etappen und haben dazwischen Aufenthalte von meistens zwei Tagen eingebaut. Die Nächte verbrachten wir auf einem Zeltplatz nahe eines Flusses. In Divundu (NA) am Kavango, in Katimo Mulilo (NA) am Zambesi, in Kasane (BW) am Chobe und in Victoria Falls (ZW) erneut am Zambesi. In den Nächten hörten wir das Platschen springender Fische, das laute Grunzen der Nilpferde (die oft direkt am Fluss grasten und uns gehörig Respekt einflössten) und lustige, bizarre Rufe von Kauzen und Nachteulen. Bei Tagesanbruch erwachten mit uns auch die reiche Auswahl verschiedenster Vögel. Einige Vogelstimmen hörten sich fast wie menschliche Rufe oder Hundegebell an. Wir beobachteten verschiedene Arten von Eisvögeln darunter auch die grösste Art: den Giant Kingfisher. Unter vielen wunderschönen Vögeln stachen die bunten Bienenfresser besonders heraus. Es war einfach wunderschön.
Da wir uns der Wintersaison nähern, dauert die Nacht inzwischen 13 Stunden. Die lauen dunklen Abenden unter dem Sternenhimmel sind aber ein Genuss. Ich hätte nicht gedacht, welchen Spass es macht vor dem Feuer sitzend träge ein Bier zu trinken, ab und zu den Eintopf im Potjee zu rühren und ansonsten im Campingstuhl meditativ die Stille zu geniessen.
Zwei Nächte verbrachten wir in einer Lodge am Zambesi, etwa 20 km von Victoria Falls entfernt. Von unserem Mitbewohner Daniel bekamen wir den Tipp der Gorges Lodge, die am Rand der Schlucht liegt, auf deren Grund der Zambesi wild dahin fliesst. Es war phantastisch vom Bett aus den Sonnenaufgang jenseits der Schlucht zu beobachten. Die zwei Tage an diesem aussergewöhnlichen Ort haben wir als erweiterte Flitterwochen betrachtet, die im Herbst etwas kurz ausfielen.
Der Ausflug an die Victoria Fälle bleibt uns aus zweierlei Hinsicht in Erinnerung. Einerseits waren es die tosenden Wassermassen und riesigen Dimensionen der 1700 Meter breiten Fälle, andererseits die offenkundige Armut der Menschen. Scheinbar meiden viele Touristen aus politischen Gründen und Furcht Simbabwe, was einfache Leute, die zum Beispiel Kunsthandwerk verkaufen, zu spüren bekommen. Das Betteln junger Männer ging mir unter die Haut. Diese boten uns aus Holz geschnitzte Tiere zum Verkauf an und wollten als Preis einen Kugelschreiber, einer Batterie oder Insektenschutzmittel. Da wir solche Dinge an diesem Tag nicht mit uns führten, wickelten wir das Geschäft ganz kapitalistisch mit US Dollars ab. Die Landeswährung ist wegen der Inflation faktisch ausser Kraft gesetzt. Verdeutlicht wurde uns der Umstand dadurch, dass wir für einen US Dollar eine 25'000'000'000-er Note der Landeswährung (Simbabwische Dollar) gekauft haben.
Der Besuch des Chobe Nationalparks war ein Highlight für aus Sicht des Tierbeobachters. Auf Fahrten frühmorgens durch den Park konnten wir fast hautnah verschiedene Tiere beobachten die plötzlich aus dem Gebüsch vor dem Auto auftauchten. Auch die abendliche Bootstour war ein wahrer Traum!
Richtig gut erholt und voller neuer Eindrücke sind wir nach Rundu heimgekehrt.
Liebe Sibylle, lieber Christian
ReplyDeletewir sind im Verzug mit dem lesen eurer blogs. Die Berichte sind interessant. Ihr seid richtig unternehmenslustig. Ma könnte fast neidisch werden.
Der Einblick in eine Welt mit andern gesellschaftlichen und sozialen Strukturen ist viel intensiver, als wenn man lediglich eine organisierte Ferienreise unternimmt.
Wir freuen uns aber trotzdem auf die Bikeferien auf Madagaskar im Juli.
Im März waren wir auf Sardinien zum Biken und anfangs Mai war die Mostindienrundfahrt auf dem Programm.
Herzliche Grüsse aus der coolen Schweiz von Moni und Martin