von Christian
Wir haben uns inzwischen wohlig eingelebt in Rundu, wo inzwischen tagsüber Temperaturen von angenehmen 29 Grad herrschen und es nachts auf kühle 12 Grad abkühlt. Im Wissen des grausigen Wetters in Zentraleuropa, traue ich es fast nicht zu sagen: jeden Tag sonnig, Wolken eine Seltenheit und Regen bis September höchst unwahrscheinlich. An der Wetterfront ist also Verlässlichkeit angesagt, was wir uns manchmal auch im Alltags- und Berufsleben herbeisehnen.
Mal wieder musste ich unser Auto zum Mechaniker bringen, weil es aufmuckte und erneut nur noch auf 3 Zylindern lief. Also brachte ich es Montag Abends bei unserer schon bekannten Garage vorbei, wo man mir versprach, sich der Sache anzunehmen. Nach zweitägigem Test lautete der Befund, dass der Vergaser ausgewechselt werden muss. Ich schluckte leer, gab dann aber mein OK, dass die Arbeit bis Donnerstag Abend gemacht werde. Man versprach mir mich anzurufen, wenn die Reparatur fertig sei. Und wirklich rief man mich am Donnerstag an - um mir mitzuteilen, dass man am Auto dran sei, es aber noch länger dauere. Ich sagte, dass ich es am Freitag Vormittag brauche, da ich zum Circuit Office fahren müsse. No problem, um 10.00 Uhr sei es bestimmt fertig. Als ich um 10.30 Uhr vorbei schaute, war ein Mechaniker gerade dabei, den Vergaser einzubauen. Ja, das dauere noch einen kurzen Moment, just some minutes, er müsse es dann aber noch austesten und danach könne ich es mitnehmen. Kurz und gut, um 12.30 Uhr war es dann fertig, blitzsauber und der Mechaniker übergab mir strahlend meine Schlüssel, nachdem ich umgerechnet 380 SFr. bezahlt hatte. Inzwischen war es natürlich zu spät um ins Office zu fahren, so dass ich nach Hause fuhr. Am anderen Morgen setzten wir uns ins Auto um unsere Wocheneinkäufe zu machten. Wie gewohnt half ich dem ausgekühlten Motor mit dem Ziehen des Chokes (Kaltstarthilfe) nach. Aber hoppla, der liess sich ohne Widerstand ganz herausziehen. Man hatte offenbar vergessen, das Chokekabel mit dem Vergaser zu verbinden. Solche Dinge lassen uns ab und zu schon etwas tiefer durchatmen.
Der Ärger über solche Dinge verflog rasch als ich auf der Post Briefmarken kaufte. Der gut gelaunte Postangestellte munterte vor mir einen Mann auf, der das Porto eines Briefes nicht vollständig bezahlen konnte, indem er ihm den Restbetrag erliess. Nach einer herzlicher Begrüssung seinerseits mir gegenüber folgte ungläubiges Staunen: Briefmarken für Europa und gleich 20 Stück! Mal sehen, was sich da machen lässt. Strahlend zauberte er aus einer Schublade hübsche Marken mit Fröschen heraus. Heute sei ein besonderer Tag, erklärte er mir. Er bediene so nette Leute und dazu gäbe er mir nun die schönen Froschmarken. An diesem besonderen Tag war es sogar möglich, dass sich 20 Luftpostkleber finden liessen. Doch was den Tag gänzlich abrundete, war die Tatsache, dass ich ihn darauf hinwies, dass er mir 10 Dollar zuviel herausgab. Ja, wenn man eben mit den Leuten nett rede, kommt vieles zurück, schlussfolgerte er.
| Spaziergang an unserem Wohnort mit Blick nach Angola auf der anderen Seite des Kavangos. |
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