Sunday, 23 June 2013

Culture Festival

Christian (Text) , Sibylle (Bilder)
Letzte Woche arbeitete ich mit den Lehrern und dem Management einer neueren Internatsschule zusammen. Sie liegt 70 km südlich von Rundu und ist auf einer schlechten Schotterpiste in etwa 1 1/2 Stunden mit dem Auto zu erreichen. Deshalb nahm ich das Angebot des Schulleiters auf dem Gelände in einer Lehrerwohnung zu übernachten dankbar an. Ohne Handyempfang- und Internetanschluss wurde ich während der Woche Zeuge des vollbepackten Tagesprogramms der SchülerInnen, das um 7.00 Uhr mit der ersten Lektion beginnt und um 21.00 Uhr mit dem Ende der Hausaufgaben im Klassenzimmer endet. Doch über die Arbeit und den Schulalltag werde ich später im nächsten Rundbrief berichten.




Berichten wollen wir hier vom Culture Festival, das an der Schule am Wochenende statt fand. Dabei wird jede der 25 Schulen im Circuit von einer Schülergruppe vertreten, die traditionelle Tänze vorführt begleitet von Trommelmusik und Gesang. Die Schülerinnen und Schüler aller Schulen bereiten sich seit Wochen in ihrer Freizeit auf diesen Wettbewerb vor. Dabei werden Schrittfolgen und kleine Szenen eingeübt, die vom traditionellen Leben im Busch berichten. Etwa vom Jäger, der seine Beute unterwegs selbst verspeist und mit leeren Händen zu seiner Familie zurückkehrt. Manche Szenen berichten auch vom Alltag in den Buschschulen, wenn zum Beispiel dargestellt wird, dass Kinder nicht zur Schule gehen wollen und der Chor die Schulbildung als Investition für die Zukunft preist.


Die Vorführungen der Primarschulen fand gestern nach strengen Regeln und Zeitfolgen statt. (Auch wenn der Zeitplan wegen Transportschwierigkeiten der Teilnehmer zum Ort um etwa 2 Stunden in Verzug geriet.) Als wir zusammen mit einer befreundeten Interteam Kollegin und ihrer 3 Kindern und einer dunklen Freundin auftauchten, wurden wir per Mikrophon mit den Worten begrüsst: "Welcome Mr. Christian Bigler with his Family!" So schnell kommt man zu drei Frauen und einer handvoll Kindern ;.). Es wurde uns ein Platz mit guter Sicht aufs Geschehen zugewiesen. 

Eine Jury mit Punkterichtern benotete jede Gruppe und am Schluss wurde eine Siegerschule bekanntgegeben, die im Juli an einer Ausscheidung innerhalb der Region teilnehmen darf. 

Ein zahlreiches Publikum spornte die Tänzer/innen an, die alle total unbekümmert, selbstbewusst und frei von Nervosität zu sein schienen. Die Trommelspieler gaben dabei einen infernalischen Rhythmus vor, als gäbe es kein Morgen. Fasziniert beobachteten wir, dass einige Kinder der weitentfernten Schulen ohne Kostüme in löchrigen T-Shirts dafür aber mit umso mehr Enthusiasmus auftraten. Wir konnten nicht an unseren Plätzen im Schatten sitzen bleiben und wurden zum Geschehen im Sand hingezogen. Dabei vergassen war aber, dass die Wintersonne tagsüber weiterhin bei 26 Grad Celsius vom Himmel sticht und uns einen roten Kopf bescherte. Als am Schluss die Sieger erkoren wurden, gab es bei für sie kein Halten mehr. Sie stürmten die Tanzfläche und tanzten zusammen mit vielen Müttern und Lehrerinnen der Schule wild durcheinander. Sogar der Principal (Schulleiter) gab eine kleine Tanzeinlage. Das Publikum johlte und jauchzte, und die Trommelspieler liessen sich spielend rücklings in den Sand fallen und trommelten die Seele aus ihrem Leib. 

Noch Stunden später, als wir zu Hause angekommen waren, waren wir unglaublich berührt und spürten die Erschöpfung der vielen Eindrücke.  

1 comment:

  1. Liebe Interteamer


    Ich kenne mich nicht aus in unserer Primarschulwelt. Aber aus den Medien weiss ich, dass eine Reform die andere jagt. Es werden auch Spezialisten engagiert für Problemfälle. Sicher wäre ein Tanzfestival für viele Schüler in der Schweiz eine gute Therapie. Ich bin auch erstaunt über das vollbepackte Tagesprogramm von 07:00 bis 21:00. Dass braucht Ausdauer für alle Beteiligten Schüler und Lehrer. Übrigens hat der Nationalrat über den Einsatz von Ritalin debattiert. Ich weiss nicht, ob vor oder nach der Debatte über die Energiewende.

    Christian kann zufrieden dein, dass er einen Wagen hat mit einem Motor mit Vergaser. Wie wäre die Behebung einer Panne an einem Motor mit variabler Ventilsteuerung und direkter Einspritzung inkl. elektronischem Motormanagement.
    Letzte Woche war ich am Gümmelen in den Dolomiten mit 2 bis 3 Pässen pro Tag d.h. etwa 15'000 Höhenmeter. In 14 Tagen verreisen Moni und ich nach Madagaskar mit dem Bike im Gepäck.

    Herzliche Grüsse aus Winti von Martin

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