Saturday, 5 October 2013

Nursing Registration Evaluation

Von Sibylle:
Zuerst möchte ich überglücklich verkünden, dass ich die Prüfung bestanden habe. Die Prüfung war ein grosses Abendteuer, von dem ich hier erzähle. 

Fangen wir doch mit der Taxifahrt zum Test an.....
Da das Taxiunternehmen kein freies Taxi mehr zur Verfügung mehr hatte und ich aber erklärt habe, dass ich unbedingt um 07.45 Uhr zur Prüfung antreten muss, kam der Chef persönlich und holte mich mit einer schwarzen Limousine ab. Etwas befremdet stieg ich ins Auto aber der freundliche junge Angolaner am Steuer zerstreute meine komischen Gefühle sofort. Plaudernd machten wir uns also auf den Weg. Er erzählte mir, dass er seit 10 Jahren in Namibia sei und hier auch eine Familie gegründet hat. Leider sei es in seinem Land noch nicht möglich, eine Existenz aufzubauen. Er sei aber ganz zuversichtlich, dass in 30 bis 40 Jahren Angola eines der starken Länder in Afrika sei. 

Als er mich fragte, wie es mir gehe und ich antwortete, ich sei ein bisschen nervös schaute er mich an und fragte: bist du Christin? Als ich das bejahte, antwortete er mir: Also, was bist du dann nervös, vertraue Gott und er wird dich ohne Probleme durch die Prüfung führen. Er hilft allen Menschen, egal welche Hautfarbe oder Religion sie haben. Ich soll doch einfach vor der Prüfung zu ihm beten und ihn um Hilfe bitten. Dann kommt alles gut. 

So kam ich pünktlich zur Prüfung im Nurse Council an. Am Eingang standen schon ganz viele Frauen und Männer und wie es sich herausstellte, waren es alles Nurses aus allen afrikanischen Länder. Uii, mit so vielen Prüflingen hatte ich nicht gerechnet. Auch waren die meisten so zwischen 30 und 45 Jahre alt.  Nur zwei weitere Weisse waren etwas älter. 
Anhand einer Liste fanden wir bald heraus, dass heute 25 Prüfungen abgenommen werden müssen, die je etwa 30 Minuten dauern. Ich hatte schon da meine Zweifel, wie das funktionieren sollte und warum alle auf 8 Uhr bestellt wurden. Ich war laut der Liste Nummer 12! Da half nun nichts ausser Zähne zusammenbeissen und leer schlucken......
An einem wunderbaren Schattenplätzchen ging nun die Warterei los. Als nach 2 Stunden erst Nummer 3 aufgerufen wurde, machte ich mir dann noch mehr Sorgen. 
Das Positive der Warterei war, dass wir untereinander immer mehr in Kontakt kamen. Bald wurden gefachsimpelt, mögliche Fragen beantwortet und gelacht. Der Vorschlag von einer Nurse aus Simbabwe wir könnten doch eine Vorstellungsrunde machen, wurde gerne aufgenommen. Wie sich herausstellte, waren wir Nurses (Männer und Frauen) aus Simbabwe, Botswana, Kenia, Philippinen, Central Afrikanische Republik und der Schweiz ;-). Viele waren schon jahrelang in Namibia und wurden nun zur Registrierung wegen dem Systemwechsel aufgefordert, andere warteten wie ich, dass wir endlich arbeiten können.
Die, welche in Namibia arbeiten, sind oft in HIV- und Aidsprojekten aktiv, andere in öffentlichen Spitälern. Gesamthaft konnte ich aber feststellen, dass da alles Fachpersonen mit langer Berufserfahrung und auch absolut spezialisiert auf ein Fachgebiet sassen.  
Als wir um 11 Uhr erst bei Nummer 6 angelangt waren, hatten wir genug. Jemand fragte die Leiterin, ob die hinteren Nummern jetzt gehen können und erst am Nachmittag ab 14. 00 Uhr wieder kommen können. Sie fand das eine gute Idee, machte dann aber den Vorschlag, dass sie alle einzeln eine Stunde vor Prüfungsbeginn anruft, so dass wir nicht hier warten müssen. Dankbar nahmen wir den Vorschlag an. 
Etwa um 15.30 Uhr kam dann der erlösende Anruf und ich durfte um 16.15 Uhr meine Fragen beantworten. 
Es waren  offene Fragen wie: Sie bekommen ein Telefonanruf, dass es einen Unfall gegeben hat mit 40 verletzen Personen. Wie organisieren sie das Personal auf der Notfallstation und wie gehen sie vor, wenn dann die Verletzen zu ihnen auf den Notfall kommen?
Die weiteren Fragen waren zu einem urologischen Fallbeispiel, einem medizinisch Notfall  und auch eine Leitungsfrage. (Hier in Namibia hat eine registrierte Nurse sehr schnell die Leitung über eine grosse Abteilung oder arbeitet alleine als Nurse in einer Klinik, wo sie für alles alleine verantwortlich ist.) 
Nach einer kurzen Besprechung war es dann so weit und ich konnte mein positives Prüfungsresultat entgegennehmen. Ich war glücklich aber gleichzeitig auch völlig erschöpft. Fast 8 Stunden auf einen Prüfungstermin zu warten, ist doch ein bisschen viel. 
In den nächsten 3 Wochen muss ich nun noch ein Skript (40 Seiten) zum namibischen Recht und Berufs-Ethik durchackern und Fragen beantworten, welche ich der Prüfungskomission schicken muss. 


Sind die Fragen korrekt beantwortet, bin ich dann berechtigt, überall in Namibia als registrierte Nurse zu arbeiten. Positiv ist aber, dass ich wohl ab dem 14. Oktober wieder arbeiten darf.

Beladen des Minibus. Er fährt ab, wenn alle Plätze besetzt sind. Nach 2 Stunden war dies der Fall.
Am anderen Morgen ging es dann per Minibus wieder nach Rundu zurück. Hier noch ein paar Eindrücke zu dieser schönen, volksnahen Fahrt.

Traditioneller Markt unterwegs neben einer Tankstelle
Mami von Georgina musste mal austreten, als bei einem Halt der geplatzte Reifen gewechselt wurde.....












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