Nachdem Christian vom Bau unseres traditionellen Daches berichtet hat bin nun ich an der Reihe, bevor Christian nächste Woche den zweiten Teil schreibt.
Nachdem ich nun auch das Ethik-, und Berufsrechtsskript einer Nurse durchgeackert habe und die Antworten schriftlich ans Nurse Council geschickt habe, darf ich nun wieder im Spital arbeiten. Unterdessen habe ich auch mein persönliches, namibisches Diplom erhalten.
Nach einem herzlichen Empfang von den Managernurses konnte ich wieder mein Platz an unserem chaotischen Schreibtisch übernehmen. Ich traute meinen Augen nicht, als ich dort einen neuen Computer sah. Herta, meine Partnerin, erklärte mir, dass das Spital 50 Computer mit Drucker erhalten habe und einer von denen steht nun in unserem Büro. Freudig wollte ich den Startknopf drücken und realisierte aber schnell, dass uns der Mehrfachstecker zum Anschliessen aller Computerteile an den Strom fehlte. Herta informierte mich, dass leider keine solche Stecker vorhanden sind, aber diese bestellt sind. Als Übergangslösung habe uns der Informatiker empfohlen, einen solchen Stecker selber zu kaufen. Von Zuhause brachten Herta und ich einen solchen Stecker mit und konnten den Computer nun mit Strom versorgen. Die Installation der neuen Computer (auch andere Gesundheitskliniken und Spitäler der Kavangoregion) wird von einer einzigen Frau bewerkstelligt. Sie gibt Zugangsberechtigungen raus, installiert neue Programme und ermöglicht das Nutzen des Internets. (Zur Erinnerung, der Kavango ist Flächenmässig so gross wie die Schweiz!!!) Da diese Person gezwungenermassen viel unterwegs ist, kann es noch eine Weile dauern, bis wir Zugang zum Internet haben werden und andere Funktionen an unserem Computer benützen können. Momentan geht nur das nötigste. Als wir dann das erste Dokument drucken wollten, realisierten wir, dass auch das Verbindungskabel zwischen Computer und Drucker fehlt. Auch diese seien bestellt, vertröstete uns die Administration. Gut, so haben wir nun einen aufs Minimum reduzierten Computer ohne funktionierenden Drucker und Internetanschluss.
Dafür gab es das erste Mal auch ein Telefon in unserem Büro! Nun können wir uns gegenseitig anrufen und müssen nicht mehr durch das halbe Spital wandern, um Informationen auszutauschen.
Doch auch ohne Computer gibt es schon viel Arbeit für mich. Wir wurden informiert, dass wir die Jahresziele für nächstes Jahr aufstellen müssen. Dies war für mich natürlich eine super Gelegenheit, dass ich unseren Vorsatz, aus den drei zuständigen Personen für Infektionsprävention, Qualitätssicherung und Weiterbildung ein funktionierendes Team zu bilden, anvisieren kann. Stolz, und nach ein paar Verzögerungen, hielten wir die erste gemeinsame Sitzung ab und diskutierten über mögliche Ziele für das nächste Jahr. Wir waren mit Feuereifer dabei, und ich glaube, wir konnten wirklich relevante Ziele ausarbeiten. Nächste Woche wollen wir wieder an einer gemeinsamen Sitzung eine Aufstellung machen, was wir brauchen, damit wir diese Ziele erreichen können und mögliche Stolpersteine formulieren. Da für ein paar Ziele auch eine gute interdisziplinäre Zusammenarbeit gefragt ist, stehen wir schon vor riesigen Herausforderungen. Aber gemeinsam wollen wir uns diesen Herausforderungen stellen und das Spital bezüglich Qualitätssicherung, Infektionskontrolle und angepassten Weiterbildungen einen Schritt weiter bringen.
Da momentan auch der Frühling/Sommer im Lande Einzug gehalten hat und die Bäume trotz langer Trockenzeit ohne Regen zu blühen anfangen, möchten Christian und ich ein ein paar dieser Bilder in zeigen.
| und auch mein Garten gedeiht prächtig.... |
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