Saturday, 2 November 2013

Wir bauen aus - Teil 2

von Christian
Bevor ich in diesem Bericht über den Endausbau unseres Daches und die nachfolgende feierliche Eröffnung schreibe, möchte ich kurz erwähnen, dass unser Stadtteil letzte Woche nächtlichen Besuch bekam. Leider erfuhren wir das erst am nächsten Morgen davon. Sieben Elefanten überquerten nachts den Kavango Fluss, der momentan Niedrigwasser hat und verweilten in Sauyema, der benachbarten Hüttensiedlung. Die Trommeln, die wir nachts hörten und von dorther zu uns rüber hallten, wurden geschlagen, um die Elefanten von den Hütten fernzuhalten. Offenbar gelang dies und sie wanderten an unserem Quartier vorbei, wo sie am frühen morgen die Hautpstrasse überquerten, da, wo ein Strässchen zu unserem Haus einbiegt. Im Vorbeigehen pflückten sie vom Garten eines Hauses noch frech die fast reifen Mangos über einen Zaun hinweg, bevor sie im Buschland verschwanden. Diese Geschichte erklärte uns, warum die Hunde von den Nachbarn nachts ausser sich waren und einen noch nie da gewesenen Krach veranstalteten. Zwar wurden wir davon wach, dachten aber eher an mögliche Einbrecher als an grosse graue Gesellen, die lautlos durch die Nacht wandern. 

Nun zu unserem Bauprojekt: Nachdem das übrig gebliebene Riedgras wieder auf dem Eselskarren von Moses Bruder abtransportiert wurde, kam am Dienstag der Moment der Aufrichte. 





















Mit vereinten Kräften stemmten wir das Dach auf die Stämme, welche in den vorher gegrabenen Löchern steckten. Tate Johannes gab die Kommandos wo noch etwas tiefer gegraben oder welche Löcher noch mit Sand etwas aufgefüllt werden mussten, bis das Dach nach kurzer Zeit stand. Es wurde diskutiert, ob das Dach auch einem starken Wind standhält, was dazu führte, dass wir an die Breitseite des Daches auch noch mit zwei Pfählen unterstützten. Schnell wurden die Stämme weiter eingebuddelt und das Dach weiter stabilisiert. 


Dann kam der Moment der würdigen Feier der Aufrichte. Zuerst folgte der formelle Teil mit einer Foto der Bauherrschaft mit den Hauptbeteiligten, welche super Arbeit geleistet hatten und stets zur Stelle waren. Auch am heutigen Tag erschienen sie schon zwei Stunden vor der ausgemachten Zeit, wohl um das Vorgehen zu besprechen und Vorarbeiten zu erledigen wie zum Beispiel die Löcher zu vermessen und zu buddeln.
Danach gab es Freibier und was zu Essen für alle. Auch die kleinen aus der Nachbarschaft wollten dabei sein und freundeten sich in kurzer Zeit mit den Kindern von Andrea und Lukas Alt an. Je später der Abend desto lustiger die Geschichten die erzählt wurden. Es war ein würdiges Aufrichtefest. 


Zu erwähnen bleibt am Schluss, dass unsere Mangos am Baum im Hintergrund des Daches bis jetzt noch nicht geklaut wurden. Weder von Zwei- noch von Vierbeinern. So haben wir am Donnerstag mit Genuss unsere  erste Mango verspeisen. Das ist Afrika: Mango zum Frühstück, Elefantenbesuch in der Nacht. 


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