Monday, 2 November 2015

Fachkräftemangel im Gesundheitswesen

von Sibylle

Am Beispiel des Rundu State Hospital möchten ich aufzeigen, was für eine Herkulesaufgabe das Gesundheitspersonal täglich zu bewältigen hat. In der Notfallabteilung und den angrenzenden ambulanten Behandlungsräumen werden pro Tag zwischen 200 und 400 Patienten betreut. Hierbei sind die Spezialkliniken nicht einberechnet. (HIV/Aidsklinik zusätzlich bis 300 Patienten pro Tag). Im namibianischen Durchschnitt wartet ein Patient ca. 4 bis 6 Stunden auf seine Behandlung. Das Bild der auf Holzbänken sitzenden und teilweise auch am Boden liegenden, wartenden Menschen, berührt mich immer wieder. In den Bettenstationen sind Matratzenlager wegen Überbelegung der Betten normal. So betreuen in der Frauenabteilung 5 Pflegende bis zu 70 Patienten täglich. Nichts desto trotz, leisten unsere 16 Ärzte (die kubanischen Ärzte wurden wegen Ärztemangel im eigenen Land zurückgerufen) und unsere Pflegenden täglich fast unmögliches. 
Der Ärzte-, und Pflegepersonalmangel wurde von der Regierung erkannt, und es wird nun vermehrt Gesundheitsfachpersonal -auch Apotheker, Physiotherapeuten usw.- ausgebildet. Doch bis genügend von ihnen in den Spitälern und Kliniken arbeiten, braucht es wohl noch ein paar Jahre. Eine grosse Herausforderung wird sein, neue Ärzte oder neues Personal im klinischen Alltag zu betreuen und auszubilden, weil keine Zeit dafür vorhanden und teilweise das nötige Wissen fehlt. 
So ist das Projekt Mudiro http://www.mudiro.com, wo Schweizer Ärzte Ausbildungs-sequenzen übernehmen und Wissen vermitteln, für die ganze Region vom Kavango sehr wertvoll. Momentan haben wir das Ehepaar Berger auf Besuch, welches unser Personal in Wiederbelebung und Notfallsituationen mit Neugeborenen und Babies schult. 
So war ich in der letzten Zeit beschäftigt, die Familie Berger mit den für sie nötigen Informationen zu versorgen und einen Trainingsplan aufzustellen. 
Meine ambitiösen Ziele, möglichst viele Ärzte und Pflegende in der Wiederbelebung und Pflege von neugeborenen Kinder zu schulen, bedurfte viele Absprachen, eine grosse Organisationskunst und Verhandlungsgeschick. 
Doch nun ist es so weit und Herr und Frau Berger können nach einer Spitalbesichtigung und einer kurzen eintägigen Zusammenarbeit mit dem Facharzt für Kinder das Training starten.  
Hier ein paar Impressionen vom Training: 












Ich glaube trotz spontanen Anpassungen, kurzfristigen Änderungen und etlichen Improvisationen war das Training für alle Teilnehmenden sehr zufriedenstellend und lehrreich. 



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