Monday, 18 January 2016

Mein Arbeitsweg ins Ncuncuni-Bezirk

von Christian 

In etwas mehr als einer Woche werden wir von Rundu abreisen. Bevor es soweit ist, stehen noch verschiedene Abschiedsveranstaltungen und eine Putzaktion auf dem Programm und dann geht es definitiv ans Koffer packen.


Schon vor etwas längerer Zeit haben wir begonnen Dinge in anderem Licht zu sehen, sie intensiver zu geniessen und genauer hinzuschauen. Denn wir wissen, dass wir vieles so schnell nicht mehr erleben und sehen werden. So geniesse ich im Moment zum Beispiel besonders die Fahrten zu meiner Arbeitsstelle ins Ncuncuni Bezirk. 

Momentan kann man im Ncuncuni Tälchen beobachten, wie die Menschen ihren Ochsen den Pflug anspannen und die Felder beackern. Denn endlich hat es intensiv geregnet! Die Frauen marschieren den Ochsen hinterher, um die Mais-, oder Hirsesamen in die Furchen zu streuen. Der Zeitpunkt ist jetzt günstig, da der Mond zunehmend ist, was gesundes Wachstum des Getreides verspricht.

Nun färbt sich die Landschaft herrlich grün, was eine Wohltat fürs Auge ist, nachdem es monatelang nur grauen Sand gesehen hat.


Immer wieder müssen wir Viehherden auf der Strasse den Vortritt lassen. Manche Esel lassen sich von Autos nicht beeindrucken und bleiben einfach auf der Strasse liegen so ganz nach störrischer Eselsmanier. 

Jedes Mal begegnen wir am Vormittag mit Brennholz vollgefüllte Karren, die von Eseln gezogen werden. Am Nachmittag trotten alle müde zu ihren Dörfern zurück nachdem das Holz auf dem Markt verkauft wurde. Schon oft habe ich beobachtet, dass die Tiere sehr zielgerichtet vorauslaufen, während ihr Treiber irgendwo einen Schwatz hält und später wieder zu den Tieren aufschliesst. 
 
Ein solcher Arbeitsweg ist wahrlich ein Erlebnis und bleibt unvergesslich. 



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