von Christian
In etwas mehr als
einer Woche werden wir von Rundu abreisen. Bevor es soweit ist, stehen noch
verschiedene Abschiedsveranstaltungen und eine Putzaktion auf dem Programm und
dann geht es definitiv ans Koffer packen.
Schon vor etwas
längerer Zeit haben wir begonnen Dinge in anderem Licht zu sehen, sie intensiver
zu geniessen und genauer hinzuschauen. Denn wir wissen, dass wir vieles so
schnell nicht mehr erleben und sehen werden. So geniesse ich im Moment zum
Beispiel besonders die Fahrten zu meiner Arbeitsstelle ins Ncuncuni Bezirk.
Momentan kann man im Ncuncuni Tälchen beobachten, wie die Menschen ihren Ochsen
den Pflug anspannen und die Felder beackern. Denn endlich hat es intensiv
geregnet! Die Frauen marschieren den Ochsen hinterher, um die Mais-, oder Hirsesamen
in die Furchen zu streuen. Der Zeitpunkt ist jetzt günstig, da der Mond
zunehmend ist, was gesundes Wachstum des Getreides verspricht.
Nun färbt sich
die Landschaft herrlich grün, was eine Wohltat fürs Auge ist, nachdem es
monatelang nur grauen Sand gesehen hat.
Immer wieder
müssen wir Viehherden auf der Strasse den Vortritt lassen. Manche Esel lassen
sich von Autos nicht beeindrucken und bleiben einfach auf der Strasse liegen so
ganz nach störrischer Eselsmanier.
Jedes Mal begegnen wir am Vormittag mit
Brennholz vollgefüllte Karren, die von Eseln gezogen werden. Am Nachmittag trotten
alle müde zu ihren Dörfern zurück nachdem das Holz auf dem Markt verkauft wurde.
Schon oft habe ich beobachtet, dass die Tiere sehr zielgerichtet vorauslaufen,
während ihr Treiber irgendwo einen Schwatz hält und später wieder zu den Tieren aufschliesst.
Ein solcher
Arbeitsweg ist wahrlich ein Erlebnis und bleibt unvergesslich.
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