Saturday, 29 November 2014

Unspektakuläre Wahlen am ersten Advent

von Christian
Eigentlich wollten wir mit unterstützenden Bildern ausführlich auf die namibischen Wahlen eingehen, die dieses Wochenende abgehalten werden. Die Vorbereitungen darauf waren derart gut organisiert, dass alles wie geplant sehr friedlich ablief. Die Wahlen finden alle 5 Jahre statt und seit der Unabhängigkeit vor 25 Jahren, hat die SWAPO immer um die 75 % der Stimmen errungen. In diesem Jahr scheint diese klare Mehrheit etwas zu bröckeln, denn immer mehr Leute lesen in der Zeitung oder  hören Berichte im Radio über Politiker/innen, die in Korruptionsaffären verstrickt sind und das Amt zu ihrem eigenen Vorteil missbrauchen. Trotzdem verlief der Wahlkampf sehr ruhig. Die 19 Oppositionsparteien sind selber so zerstritten oder im Aufbau begriffen, dass keine ernstzunehmende Alternative heraussticht. Viele Bewohner orientieren sich noch immer an den Meriten der SWAPO aus der Vergangenheit. Es ist die Partei, welche Namibia in die Unabhängigkeit geführt hat. Das ist offenbar auch der Grund, warum die Leute den aktuellen SWAPO Politikern sehr viel verzeihen. Wir reiben uns manchmal die Augen wenn wir sehen, wievielt sich die Politier leisten können ohne aus dem Amt gescheucht zu werden. Die Zwischenstände der Wahlen kann man laufend unter http://elections.na/ verfolgen. 

Namibia ist stolz darauf, dass es das erste afrikanische Land ist, welches elektronische Wahlen durchführt (mit indischem Know-how und Unterstützung). In der Tat scheint alles ziemlich reibungslos abgelaufen zu sein. Abgesehen davon, dass zwei (sic!) Tage vor der Wahl zwei Oppositionsparteien das seit Monaten bekannte elektronische Wahlprozedere vor dem Obersten Gericht angefochten haben. Natürlich schmetterte das Gericht die Klage ab. Nun war der Weg für die Wahlen frei. Der gestrige Freitag wurde zum Public Holiday erklärt, damit die Wählerinnen ab 7.00 Uhr vor den Wahllokalen lange Schlangen bilden konnten um Stunden später ihre Stimmen abzugeben. Wir staunten, dass das alles so ruhig und diszipliniert ablief und schämten uns fast ein bisschen über unsere Erwartung, Bilder aufnehmen zu können welche aufgebrachte Leute zeigen würden, welche sich über die langen Wartezeiten ärgerten.


Heute morgen spazierten wir dafür in der Innenstadt umher, als wir ein paar Marktstände entdeckten, welche Weihnachtsschmuck und -Guetsli verkauften. Natürlich, es ist erster Advent, auch wenn es sich hier wegen den Temperaturen nicht ganz so anfühlt. Die wenigen Stände wurden von Frauen der seltenen weissen Bevölkerung hergerichtet. Das Angebot umfasste verschiedene kunstvoll verzierte Kreuze, vielfarbigen selbstgenähten Textilschmuck und  Variationen selbst gebackener Weihnachtsguetsli. Von letzteren konnten wir natürlich nicht widerstehen und haben davon gleich eine grosse Tüte gekauft. So sind wir nun also auch auf Weihnachten eingestimmt.


1 comment:

  1. Wir würden auch gerne in Shorts Weihnachtsguezli kaufen ;-)
    Liebe Grüsse R&R

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