heute möchte ich mit diesem Blog aufzeigen, was es heisst, in einem Malariagebiet zu leben und welche Anstrengungen unternommen werden, diese Krankheit im Norden von Namibia zu bekämpfen. Diese Thematik passt auch sehr gut, da just diese Woche der World Malaria Report 2014 von WHO
herausgekommen ist.
Weltweit sind 2013 198 Millionen Malariaerkrankungen registriert und davon gab es 584000 Todesfälle. 90% der Todesfälle sind in Afrika zu finden. Im Jahr 2013 sind 437 000 afrikanische Kinder vor dem 5. Geburtstag an Malaria gestorben. Weltweit sind es 453 000 Kinder unter 5 Jahren, die 2013 an Malaria gestorben sind.
Kann ich diese erschreckende Zahl der Krankheitsfälle auch auf unsere Region hier im Kavango übertragen? Leider muss ich dies mit ja beantworten. Nur schon in den letzen zwei Januar-Wochen wurden bei uns im Rundu State Hospital mehr als 35 Personen mit bestätigter Malaria registriert. Letzes Jahr in den Sommermonaten waren Malariabehandlungen unser tägliches Brot. Leider sind auch zu viele Kinder und vor allem schwangere Frauen an der Krankheit gestorben.
Das Risiko als Kind eine schwere Malaria zu bekommen ist höher, da noch keine Teilimmunisierung stattgefunden hat. In den ersten 2 bis 3 Lebensmonaten sind Kinder durch die Antikörper der Gebärmutter geschützt, nachher müssen sie sich selber eine Teilimmunisierung aufbauen, welches etwa bis zum 10 Lebensjahr dauert. Dies geschieht durch häufig durchgemachte Malaria-Infektionen. Wie die Teilimmunisierung genau zustande kommt oder welche einzelnen Abwehrvorgänge verantwortlich sind, ist noch weitgehend unbekannt.
Der Preis der sich erst langsam aufbauenden Teilimmunität ist eine hohe Kindersterblichkeit an Malaria, die in einigen Regionen Afrikas 5-12% der an Malaria erkrankten Kinder erreicht. Der Schutz bleibt auch nur bei ständigen Neuinfektionen erhalten. Bei einem längeren Aufenthalt in einem malariafreien Gebiet klingt er meistens innerhalb weniger Jahren ab.
Gewundert habe ich mich aber, wieso so viele Mütter in der ersten Schwangerschaft an einer schweren Malaria erkranken. Herausgefunden habe ich, dass die erstmalige Ausbildung einer Plazenta die Teilimmunität der schwangeren Frauen aufhebt. Somit sind sie wieder empfänglich für schwere Verläufe der Falciparum-Malaria. Wie und warum das genau geschieht, ist noch nicht richtig erforscht.
Da wir in Namibia vor allem den gefürchteten Plasmodium Falciparum Erreger haben, sind wir auch mit vielen Malaria-Todesfällen konfrontiert.
Natürlich wird versucht, erstgebärende Frauen zu schützen und sie über mögliche Präventions- massnahmen aufzuklären. Leider wird aber z. B. das Moskitonetz im Kavango noch wenig gebraucht um sich und die Familie vor Mücken zu schützen. Auch die Moskitosnetze für das Spital liegen seit langer Zeit ungebraucht in einem Materialraum rum, wo sie verstauben. Mir wurde erklärt, dass es mehrere gescheiterte Versuche gegeben habe, die Patienten vom Gebrauch der Netze zu überzeugen und diese zu installieren. Ich habe aber noch nicht aufgegeben und werde die Malariasituation im Auge behalten. Wenn sie sich verschlimmern sollte, werde ich alles unternehmen, im Management des Spitals für die Benutzung der Netze zu werben. Für mich hat das Spital auch eine Vorbildfunktion. Wieso sollen sich die Menschen Zuhause schützen, wenn es nicht einmal das Spital macht? Erstaunlicherweise sagen mir aber die meisten Pflegenden, dass sie Zuhause die Netze für sich und die Familie aufgehängt haben. Ist es also eher Nachlässigkeit und Bequemlichkeit, dies nicht auch im Spital durchzusetzen?
Malaria ist also eine grosse Gefahr für die Gesundheit vieler Menschen und die Opferzahlen übersteigen diejenigen von Ebola um ein vielfaches. Das sollte nicht vergessen werden.
Der Preis der sich erst langsam aufbauenden Teilimmunität ist eine hohe Kindersterblichkeit an Malaria, die in einigen Regionen Afrikas 5-12% der an Malaria erkrankten Kinder erreicht. Der Schutz bleibt auch nur bei ständigen Neuinfektionen erhalten. Bei einem längeren Aufenthalt in einem malariafreien Gebiet klingt er meistens innerhalb weniger Jahren ab.
Gewundert habe ich mich aber, wieso so viele Mütter in der ersten Schwangerschaft an einer schweren Malaria erkranken. Herausgefunden habe ich, dass die erstmalige Ausbildung einer Plazenta die Teilimmunität der schwangeren Frauen aufhebt. Somit sind sie wieder empfänglich für schwere Verläufe der Falciparum-Malaria. Wie und warum das genau geschieht, ist noch nicht richtig erforscht.
Da wir in Namibia vor allem den gefürchteten Plasmodium Falciparum Erreger haben, sind wir auch mit vielen Malaria-Todesfällen konfrontiert.
Natürlich wird versucht, erstgebärende Frauen zu schützen und sie über mögliche Präventions- massnahmen aufzuklären. Leider wird aber z. B. das Moskitonetz im Kavango noch wenig gebraucht um sich und die Familie vor Mücken zu schützen. Auch die Moskitosnetze für das Spital liegen seit langer Zeit ungebraucht in einem Materialraum rum, wo sie verstauben. Mir wurde erklärt, dass es mehrere gescheiterte Versuche gegeben habe, die Patienten vom Gebrauch der Netze zu überzeugen und diese zu installieren. Ich habe aber noch nicht aufgegeben und werde die Malariasituation im Auge behalten. Wenn sie sich verschlimmern sollte, werde ich alles unternehmen, im Management des Spitals für die Benutzung der Netze zu werben. Für mich hat das Spital auch eine Vorbildfunktion. Wieso sollen sich die Menschen Zuhause schützen, wenn es nicht einmal das Spital macht? Erstaunlicherweise sagen mir aber die meisten Pflegenden, dass sie Zuhause die Netze für sich und die Familie aufgehängt haben. Ist es also eher Nachlässigkeit und Bequemlichkeit, dies nicht auch im Spital durchzusetzen?
Malaria ist also eine grosse Gefahr für die Gesundheit vieler Menschen und die Opferzahlen übersteigen diejenigen von Ebola um ein vielfaches. Das sollte nicht vergessen werden.
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