Saturday, 14 February 2015

Schatten spendende Bäume

Schüler/innen werden im Schatten des Baumes versammelt.
Von Christian
Der beerenfressende blaue Star schimmert im Morgenlicht.

Sonnenuntergang am Kavango
Der Februar ist eigentlich der Höhepunkt der Regenzeit. Doch es scheint, dass der Regen sich dieses Jahr etwas ziert und Namibia vernachlässigt. Der ausbleibende Regen hat zur Folge, dass es sehr heiss ist und dass seit Wochen Temperaturen zwischen 35 und 40 Grad Celsius herrschen. Der beste Schutz vor der Hitze sind erfahrungsgemäss nicht immer Klimaanlagen, da man sich in klimatisierten Räumen oft eine Erkältung zuzieht, sondern Bäume. Ich habe mich  daran gewöhnt, dass wir in unseren Büros keine Klimaanlage haben, was nicht weiter schlimm ist, da ich sowieso anderswo arbeite. 

Als ich die Inspektorin zusammen mit einer Lokalpolitikerin letzthin auf Schulbesuch begleitet habe, realisierte ich, welch wichtige Funktion den grossen Bäumen zukommen. Auf dem Schulareal steht oft so ein stattlicher alter Baum. In seinem Schatten hält die Schule Versammlungen ab und Ziegen und Vögel fressen seine Früchte. Es ist immer wieder erstaunlich zu erfahren, welch angenehm kühles Klima darunter herrscht.

Da es letztes Wochenende wieder unerträglich heiss war, haben wir uns spontan entschlossen, 200 Kilometer Richtung Osten in eine Lodge am Kavango zu fahren und dort zu übernachten. Die Lodge unter grossen, schattenspendenen Bäumen machte es möglich, dass wir mal wieder wunderbar schlafen konnten, ohne nachts mehrmals schweissgebadet aufzuwachen. Es wurde uns erst jetzt bewusst, wie die Hitze den erholsamen Schlaf beeinflussen kann. Natürlich durfte auch ein Abstecher zum Mahangu-Nationalpark nicht fehlen. Es ist immer wieder beeindruckend Tiere in freier Natur zu beobachten. 

Die Kudu-Dame hört uns und ist fluchtbereit. 
Der Kudu-Bock präsentiert stolz sein Geweih.
Das Gnu und das Zebra beachten sich nicht weiter.
Wir haben diese kleine Pause wirklich genossen und konnten wieder erholt in die nächste arbeitsreiche Woche starten.

Von Sibylle

Ich möchte noch kurz den Stand meiner Moskitonetz-Aktion erzählen:
Die verstaubte Kiste mit den Netzen fand ich dann im Lager, leider ist die Zahl der Netze auf unerklärliche Weise von 700 auf 37 geschrumpft. Wo die wohl geblieben sind?
Da nun nicht alle Patienten von einem Netz profitieren können, mussten wir uns für die Verletzlichsten entscheiden. So machte ich mich auf den Weg, die Netze auf der Kinderstation zu verteilen. Ups, da kam aber das nächste Problem. Als die Abteilung vor 2 Jahren sanft renoviert wurde, wurden auch alle Aufhängehacken entfernt. So musste ich zuerst nochmals zur Werkstatt gehen und fragen, ob sie diese montieren können. Der Verantwortliche aber wollte diese Entscheidung nicht alleine treffen, besonders da die Hacken auch nicht mehr an Lager sind, und verwies mich wieder zur Administration. Nach mehreren erfolglosen Versuchen diese Leute im Büro anzutreffen, konnte ich das Problem schliesslich erst gestern Nachmittag der richtigen Person schildern. Das heisst, vielleicht wird dieser Fall erst nächste Woche gelöst. Bin gespannt, welche Hindernisse es auf dieser Odyssee weiter zu überwinden gibt. Ob die Netze noch vor Ende der Regenzeit hängen hängen werde, ist nun die grosse Frage, die es zu beantworten gibt.




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