| Das Velo ist beim zweiten Halt schon müde. |
Und endlich ist es so weit..... Der Wunsch, der lange in meinem Kopf herumgegeistert wird Wirklichkeit. Daniel und ich nehmen die 136 Kilometer nach Nkurenkuru unter die Räder. Die Strecke führt entlang des Kavangos nach Westen und bietet eine Menge schöner Aussichten auf die Flusslandschaft und die Menschen, die sie nutzen. Als wir morgens nach einer kalten Nacht kurz nach sechs Uhr losfahren, sind schon viele Frauen und Kinder unterwegs zum Fluss um Wasser zu holen, während sich noch andere an einem Feuer aufwärmen.
| Noch stimmt die Moral. |
Wir kommen gut voran, fühlen uns frisch und munter und machen nach jeder Stunde eine kurze Pause. Die ersten 40 Kilometer fahren wir gegen eine eher kühle Brise, als wie erwartet mit ansteigender Temperatur der Wind einsetzt und die Richtung ändert und uns eine ganze Weile vor sich herschiebt. So schaffen wir in den ersten 4 Stunden etwa 100 Kilometer was uns euphorisch stimmt. Meist ist die Strasse verkehrsfrei, sodass wir oft schwatzend nebeneinander fahren können. Ab und zu müssen wir um eine Vieh- oder Ziegenherde fahren, die die Strasse überquert. Zudem steht manchmal ein zerzauster Esel bewegungslos störrisch mitten auf der Strasse und bietet so kein wirkliches Hindernis für uns langsame Verkehrsteilnehmer.
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| Unser Cateringteam leistet ganze Arbeit. |
Gerade im Moment als der Rückenwind wieder nachlässt und uns der Hintern zu schmerzen beginnt, wartet Sibylle und Albert, die als unser Cateringteam amten, mit leckeren auf dem Gaskocher zubereiteten Spagetti auf uns. Es gibt fast nichts, was das Radlerherz höher schlagen lässt, als diese Malzeit. Natürlich bleibt ein solches Treiben am Strassenrand nicht unbemerkt und schon bald nähern sich zuerst ein paar Kinder und dann eine Frau, welchen wir unsere Kekse anbieten. Ein kleiner Bub führt stolz eine Radfelge spazieren, was Sibylle auf dem Video am Ende des Berichtes festgehalten hat.
| Meist flache, verkehrsfreie Kilometer machen die Fahrt zum Genuss |
Dass die restlichen 35 Kilometer wegen den vollen Mägen etwas beschwerlicher sein würden, ist zu erwarten gewesen, nicht aber, dass der inzwischen aufgedrehte Wind seine Richtung gewechselt hat und uns nun entgegen bläst. Nun wird unsere Ausdauer und die Beinmuskulatur also doch noch einem Test unterzogen. Inzwischen sind wir sogar zu müde um die vielen neugierigen Menschen zu grüssen, die uns entlang der Strasse neugierig mustern und freundlich zuwinken. Unter stechender Sonne gilt jetzt nur noch eins; Trampe, trampe, trampe.
| Neugierige und freundliche Menschen, überall. |
Doch nach weniger als 6 Fahrstunden treffen wir schliesslich in Nkurenkuru, dem kleinen Hauptort des Kantons Kavango West, ein. Wir fahren ziemlich erschöpft direkt runter zum Fluss, wo wir uns im Schatten von Bäumen ausruhen und waschen können. Wir sind nicht die einzigen, die auf diesen Gedanken kommen. Rechts hinter der Flussböschung versteckt waschen Frauen und Kinder Wäsche und sich selbst und links nehmen junge Männer ein Bad. Neben uns ruhen sich eine Kuh und ein Stier mit ihrem noch sehr kleinen Kalb aus.
| Ein Gemüsestand am Strassenrand bietet farbliche Abwechslung. |
Vom anderen Flussufer aus überqueren etwa 50 Kirchgänger in festlicher Kleidung in Booten laut singend den Kavango, der hier der Grenzfluss zwischen Angola nach Namibia ist. Wieder wird uns bewusst, dass Menschen hier Angehörige beidseitig des Flusses haben und die Grenze für sie eigentlich nur ein abstraktes Gebilde darstellt.
Dieser Tag war nicht nur wegen der gemeisterten sportlichen Herausforderung in Erinnerung bleiben, sondern auch wegen den Bildern und Begegnungen entlang der Strasse und den kurzweiligen Gesprächen mit Daniel. Zu viert fuhren wir im Auto, wo wir uns viel zu erzählen hatten, wieder zurück nach Rundu.
| Fast geschafft! Das Ziel ist nicht mehr weit. |

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