Saturday, 22 August 2015

Trimesterende

von Christian

Das Schuljahr in Namibia ist in Trimester aufgeteilt. Soeben ist das zweite Trimester zu Ende gegangen, und nun haben die Schüler/innen 2 Wochen Schulferien. Am Ende jedes Trimester schreiben die Schülerinnen ab der 5. Klasse Prüfungen, deren Resultate den Hauptteil der Trimesterzeugnisse ausmachen. Am Ende des Schuljahres im Dezember entscheiden die Prüfungs- und Zeugnisnoten darüber, ob der Schüler / die Schülerin im Januar die nächsthöhere Klasse beginnen kann oder das Schuljahr repetieren muss. Die Erfolgsquote beträgt durchschnittlich nur etwa 75 %, das heisst, dass jeweils etwa ein Viertel der Schüler/innen die Klasse repetieren muss. Für viele Lehrkräfte ist individuelle Förderung von einzelnen Schüler/innen etwas, das sie nicht gelernt haben, oder nicht umsetzen können. Dies ist aber auch verständlich bei Klassengrössen von bis zu 70 Schülerinnen. 

Das Schulsystem ist also grundsätzlich sehr selektiv und viele Kinder wenden der Schule frustriert den Rücken zu, nachdem sie  Klassen mehrmals wiederholen mussten. Es gibt aber auch die unermüdlichen und trotz allem motivierten Schüler/innen, die zum Beispiel noch mit 21 Jahren die 9. Klasse besuchen, nachdem sie schon 4 mal verschiedene Klassen wiederholt haben. 

Eine Aufgabe der Inspektoren besteht darin, die Zeugnisnoten der Schulen im Bezirk zu genehmigen. Frau Hausiku nimmt diese Aufgabe sehr ernst und so verbringen wir am Ende des Trimester jeweils einen vollen Tag damit, die Noten der Schulen zu analysieren und mit den Schulleitern ein Gespräch über ihre und unsere Eindrücke der Prüfungsresultate zu führen. Bei der Analyse der Resultate unserer Schulen haben wir festgestellt, dass es an einigen ländlichen Schulen eine Häufung von Schüler/innen mit extrem schlechten Noten gibt. In den Gesprächen haben wir herausgehört, dass die Eltern der Schüler/innen im ruralen Gebiet die Zusammenarbeit mit der Schule meiden, und dass die meist unqualifizierten Lehrkräfte Unterstützung zu Unterrichtsmethoden wünschen. Zusammen planen wir nun Massnahmen, damit zumindest einige Schüler/innen im letzten Trimester den verpassten Stoff lernen können und den Übertritt in die nächste Klasse schaffen werden. 

Ein Beispiel von individueller Förderung ist Schüler/innen mit Kärtchen üben zu lassen.
Diese Aktivität habe ich an einer ländlichen Schule zusammen mit der Lehrerin durchgeführt.
P.S. Wir fahren nun für 2 Wochen mit dem Zelt ins Okavango Delta. Darauf freuen wir uns riesig! Wir melden uns hier also frühestens am 6. September wieder zurück.

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